Was sind eigentlich Paramente?

 

Liturgische Paramente sind im Wesentlichen alle Textilien, die zum Gebrauch in Gottesdiensten dienen. Dazu zählen die liturgischen Gewänder (z. B. Albe, Kasel, ...) und die Insignien (z. B. Stola, ...), aber ebenso die textilen Gebrauchs- bzw. Ausstattungsgegenstände einer Kirche (z.B. Lavabotuch, Kelchtuch, ... bzw. Altartuch, Kredenztischdecke, ...).

In der Liturgie feiern wir die Größe und Liebe Gottes und sein heilwirkendes Handeln am Menschen. Die Paramente sollen durch ihre Schönheit und Kostbarkeit auf diesen Gott verweisen, der unter uns in den Gottesdiensten gegenwärtig ist, ja mehr noch, sie sollen uns wie eine Brücke sein, damit wir etwas erspüren von seiner Größe und Heiligkeit und wir uns ganz öffnen für sein heilbringendes Wirken an uns.

An dieser Stelle geben wir einen kurzen Überblick über die wichtigsten Paramente der Kirche:

Albe


Das Wort "Albe" leitet sich aus dem lateinischen Wort "albus" (=weiß) ab.

Entstanden aus der alten, römischen Tunika ist es ein weißes, fußlanges Untergewand des Priesters, das unter dem Messgewand getragen wird.

Altartuch


Das Altartuch ist ein weißes Tuch, das die ganze Altarplatte abdecken soll. Es ist aus reinweißem Stoff (Kirchenleinen, Leinendamast) als Zeichen der Freude. 

Birett


Ein Birett ist eine steife, vierkantige Kopfbedeckung mit vier von den Ecken zur Mitte laufenden bogenartigen Aufsätzen. Das Birett der Kardinäle ist rot, der Bischöfe violett, der übrigen Geistlichen schwarz.

Burse


Das Wort "Burse" leitet sich aus dem lateinischen Wort "bursa" (=Beutel) ab.

Die Burse ist ein taschenförmiger Behälter zur Aufbewahrung des Korporales. Die Messburse mit dem Korporale, das bei der Heiligen Messe gebraucht wird, muss die gleiche Farbe haben wie das Messgewand. Auf der Oberseite der Burse ist ein Kreuz aufgestickt.

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Corporale


Das Wort "Corporale" leitet sich aus dem lateinischen Wort "corpus" (=Leib) ab.

Das Corporale ist das älteste aller Paramente. Es ist das Tuch, das zur Gabenbereitung auf dem Altar ausgebreitet wird und auf dem dann Kelch und Hostienschale abgestellt werden. Da das Tuch in beide Richtungen je dreifach gefaltet ist, erhält man beim Auffalten immer neun gleich große Felder, wobei eines mit einem Kreuz bestickt ist. Das Tuch wird mit dieser Seite an den Altarrand vor den Priester gelegt. 

Dalmatik


Die Dalmatik ist das liturgische Ober- und Festgewand der Diakone und gleicht einem Rock mit weiten Ärmeln, der etwa bis zu den Knien reicht. Sie ist ebenso wie die Kasel, die Stola und das Kelchvelum den liturgischen Farbregeln unterworfen. 

Kasel


Das Wort "Kasel" leitet sich aus dem lateinischen Wort "casula" (=Häuschen) ab. Die Kasel ist das Obergewand des Priesters bei der Heiligen Messe. Sie entstand aus dem altrömischen Schutzmantel. Dieser war ein großes rundes Stück Stoff, das in der Mitte eine Öffnung für den Kopf hatte. Ursprünglich war sie ganz schlicht gehalten, aber im Laufe der Jahrhunderte wurde sie immer prunkvoller mit wertvollen Stickereien ausgestaltet. Sie ist immer in der liturgischen Tagesfarbe gehalten. 

Kelchtuch


Bei uns als kleines Tuch zum Kelch-Abwischen beim Abendmahl für die evangelische Kundschaft im Programm, deshalb unterscheiden wir zwischen Kelchtuch und Purifikatorium.

Kelchvelum


Das Kelchvelum ist ein Tuch, mit dem Kelch und Patene bis zur Opferung und dann wieder nach der Kommunion verhüllt werden. Seine Farbe ist dem Messgewand des Priesters angepsst.  

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Kredenztischdecke


Die Kredenztischdecke ist eine weißes Leinendeckchen, das zur Heiligen Messe auf dem Kredenztisch aufgelegt wird. Darauf werden Messkännchen und Lavabotüchlein soweit bei feierlichen Messen auch Kelch und Patene bis zur Opferung und nach der Kommunion abgestellt.

Lavabotuch


Das Wort "Lavabotuch" leitet sich aus dem lateinischen Wort "lavari" (=waschen) ab.

Das Lavabotuch ist ein kleines, weißes Tuch, mit dem sich der Priester nach der Händewaschung die Hände abtrocknet. 

Palla


Die Palla ist ein aus Leinen angefertigter, weißer, etwa 15,0 x 15,0 cm großer Deckel zum Abdecken des Kelches, um so die Verunreinigung des Weines zu verhindern. Innen ist es mit einer festen Einlage verstärkt.

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Pluviale


Das Pluviale ist das Gewand des Priesters bei allen feierlichen Anlässen, bei denen die Kasel nicht gebraucht werden darf, wie z. B. Prozessionen, feierliche Segnungen, feierliche Vespern, ...  

Das Wort "Pluviale", abgeleitet von dem lateinischen Wort pluvia, das heißt Regen, ist von seinem Ursprung her ein Gewand zum Schutz gegen Regen. Es handelt sich dabei in der Liturgie um einen bis zu den Füßen reichenden, wertvoll gestalteten Mantel, der mit einer Schließe vorne vor der Brust zusammengehalten wird. Ausgebreitet hat er etwa die Form eines Halbkreises.

Purifikatorium


Kelchtuch. Das Wort "Purifikatorium" leitet sich aus dem lateinischen Wort "purificare" (=reinigen) ab.

Das Kelchtuch ist ein kleines, zu einem Streifen gefaltetes Tuch (40,0 - 50,0 cm lang, 25,0 - 30,0 m breit), das bis zum Eingießen von Wein und Wasser und dann wieder nach der Kommunion zwischen Kelch und Patene quer über der Kelchöffnung liegt. Es dient dem Priester nach der Kommunion zum Abwischen des Mundes sowie zum Reinigen des Kelches. Um es von dem Lavabotüchlein zu unterscheiden, ist es in der Mitte mit einem Kreuzchen bestickt. 

Rochett


Der Name "Rochett" kommt von dem althochdeutschen Wort roch und heißt Rock.

Das Rochett ist ein weißer, hemdartiger Überwurf, der über dem Talar getragen wird und etwa bis in Kniehöhe reicht. 

Sakramentsvelum


Segenstuch Das Wort "Velum" leitet sich aus dem lateinischen Wort "velare" (=verhüllen) ab.

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Schultervelum


Das Schultervelum entstand aus dem Brauch, heilige Geräte nur mit verhüllten Händen anzufassen. Es ist ein auf Nacken und Schulter aufliegendes, mit den Enden vorn über die Brust herabfallendes Tuch, das über dem Pluviale getragen wird. Es dient zum Verhüllen der Hände beim Anfassen bestimmter Gegenstände wie z. B. der Monstranz. So nimmt der Priester die Monstranz z. B. bei der Fronleichnamsprozession nicht direkt in seine Hände, sondern ergreift sie als Zeichen der Ehrfurcht mit den im Velum für die Hände eingearbeiteten Stofftaschen.

Stola


Sie gleicht einem etwa 10,00 cm breiten und 2,50 m langen Schal und wird jeweils in der liturgischen Tagesfarbe getragen. Vom Priester wird sie meistens über der Albe getragen, wie ein Schal über beiden Schultern liegend und nach vorne herabhängend. Der Diakon trägt sie schräg wie eine Schärpe von der linken Schulter zur rechten Hüfte.

Talar


Das Wort "Talar" leitet sich aus dem lateinischen Wort "talaris" (=bis an die Knöchel reichend) ab.

Der Talar ist ein bis an die Knöchel reichender schwarzer Mantel, der vorne durch Knöpfe verschlossen wird. Priester und Diakon tragen den Talar als Untergewand bei Gottesdiensten außerhalb der Heiligen Messe. 

Zingulum


Das Wort "Zingulum" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Gürtel. Es ist eine dicke Kordel, mit der die Albe um die Taille zusammengerafft wird. Es kann aber auch die Form eines Stoffbandes haben, an dessen Ende zwei Quasten baumeln.

Ziboriumvelum


Das Ziborium, in dem im Tabernakel die konsekrierten Hostien aufbewahrt werden, soll mit einem weißen Behang bedeckt sein, dem Ziboriumvelum. Meist handelt es sich dabei um ein kreisförmiges Velum, das an der oberen Langseite mittels einer Schnur zusammengezogen und dann um die Spitze des Zeboriumdeckels angebunden wird.  

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