Einführung der Paramente in St. Johannis Künzelsau

Paramente für die Kreuzkirche München (2016)

  • Foto Gemeinde

Kurze Stellungnahme des Kunstbeauftragten der Evang.-Luth. Landeskirche Bayern, KR Helmut Braun, zu den Entwürfen für die Paramente der Kreuzkirche, München:

"Auf Anregung des Kunstreferats der Evang.-Luth. Kirche in Bayern wurden drei Entwürfe zu neuen Paramenten im Sinne einer Mehrfachbeauftragung eingeholt, um über den Vergleich an eine stimmige Lösung zu kommen. Auf einen Wettbewerb nach den Richtlinien des Berufsverbands für Bildende Künstler wurde verzichtet. So liegen unterschiedliche Entwürfe der Künstlerinnen Beate Baberske-Krohs (1), N.N. (2) und N.N. (3)vor, zu denen ich kurz und nur nach Augenschein der digitalen Entwurfsvorlagen Stellung nehmen will.

1) Baberske-Krohs

Die Farbe Rot erscheint vertikal im Bereich des Stipes (Altarunterbau)und horizontal am Ambo. Als Farbe des (Heiligen) Geistes nimmt sie dem Altar die Schwere und sorgt für eine optische „Öffnung“ des Ambo nach oben. Violett weist expressive bildhafte Elemente auf: ein Strick, quer über die Mensa gelegt, ein Riss, bzw. ein „Aufbruch“ in der Fläche des Ambo. Grün spielt mit der seriellen Oberflächenstruktur mit der Textur des Raumes. Die Betonung der Vertikalen im Ambo nimmt Kontakt zur Lichtführung im Raum auf. Weiß als Farbe der Christusfeste stellt sich zurückhaltend dar - die Prinzipalia werden jedoch gleichsam veredelt. Konsequenterweise wird der Altar am Karfreitag schlicht in schwarz ummantelt.

Farben, Formen und Materialien sind höchst innovativ und ortsbezogen gestaltet.

2) und 3) gestrichen

Empfehlung:

Ich rate dem Kirchenvorstand der Kreuzkirche nachdrücklich zu Entwurf 1 (Baberske-Krohs), da er formal und inhaltlich zahlreiche innovative Momente aufweist. Er „spielt“ mit dem Raum und mit den Ausformungen der Prinzipalia (eines der Hauptwerke von Karl-Heinz Hoffmann!) und nimmt Kontakt zur Orgelgestaltung auf (vgl. Grün). Er ist individuell auf diesen Ort der Christusbegegnung bezogen und fügt sich integrativ und überaus stimmig in den Gesamtraum ein. Darüber hinaus versucht die Künstlerin, den Jahresfestkreis bildhaft – im Sinne eines begehbaren Bildes (z.B Strick) – anschaulich zu machen. Dieser inhaltliche Ansatz ist innerhalb der ELKB singulär. (...)"

Die weißen Paramente wurden von der Künstlerin Beate Baberske persönlich am Handwebstuhl hier in Deutschland gewebt. Zu sehen ist es hier

 

Das erste Mal zu sehen waren die Paramente im Bayerischen Fernsehen am Samstag, 26.03. 2016, 22.00-23.30 Uhr

im evangelischen Gottesdienst zur Osternacht live aus der Kreuzkirche in München

 

 

Bischofs-Stola für Papua Neuguinea (2016)

Details der Motive

Paramentik fertigt zwei Stolen für Papua-Neuguinea

Innerhalb von nur drei Wochen hat die Paramentenwerkstatt der Diakonie Neuendettelsau zwei aufwändige Stolen für zwei hohe geistige Würdenträger in Papua Neuguinea gefertigt. Rosalia Penzko übergab die beiden Stolen an Pfarrer Dr. Dr. h.c. Traugott Farnbacher von der Mission EineWelt in Neuendettelsau.

Entwurf: Beate Baberske

Ausführung: Rosalia Penzko

 

 

Wandgestaltung für das Gemeindehaus Erlangen-Bruck (2016)

Gertrud Trojanski schreibt für den Gemeindebrief: 


"Versteckt, verborgen, suchen, finden, alt, kostbar …das sind meine - beinahe kindlichen und märchenhaften - Fantasien, denke ich an einen Schatz. Geht es Ihnen auch so?

Für den diesmal vorgestellten Kirchenschatz trifft das Meiste dieser Fantasien nicht zu. Dieser Schatz ist ganz real, nagelneu und hängt, für alle Besucherinnen und Besucher sichtbar, seit einigen Wochen im Kantorat. Kostbar ist er für diejenigen, die sich die Anschaffung so sehr gewünscht und lange darauf gewartet haben, die sich an seinem Anblick erfreuen und für die, die mit ihrer Spende dafür gesorgt haben, dass die Kirchengemeinde jetzt im Besitz dieses wunderschönen textilen Wandbildes ist.

Entworfen und hergestellt wurde unser neuer Kirchenschatz in der Paramentenwerkstatt Neuendettelsau. Mitte des 19. Jahrhunderts von Pfarrer Wilhelm Löhe gegründet, ist sie die älteste evangelische Paramentenwerkstatt weltweit und die einzige in Bayern. Hier vereinigen sich zeitgemäße Gestaltung, moderne Technik und sorgfältige Handarbeit zur Ausgestaltung kirchlicher Räume. Davon konnten wir, Petra Messingschlager und ich, uns überzeugen. Auch die Damen und Herren des Kirchenvorstands wurden im Rahmen einer Klausur von der Leiterin der Werkstatt, Frau Penzko, mit viel Liebe und Sachverstand in die Kunst und das Handwerk der Paramentik eingeführt.

Ein Zusammenschluss der großen Tage des Kirchenjahres ist hier vereint. Rot und Gold dominieren, ein goldenes Kreuz prangt in einer Fläche, die in unterschiedlichen Rottönen gestaltetet ist. So jedenfalls zeigt es der erste Blick. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die in mehreren Färbegängen mit Pflanzenfarben erreichten Nuancen von hellgelb über orange nach rot und die Struktur der handgesponnenen Wollfäden, die sorgfältig um eine Tafel gewickelt sind. Diese rauhe Oberfläche bildet einen Gegensatz zu den glatten Fäden des Kreuzes aus Japangold.

Dieses Kreuzes ist nicht im Dunkel des Karfreitags dargestellt, sondern im göttlichen und österlichen Gold der Auferstehung Christi. Das Rot steht für Liebe, für Feuer und ist Sinnbild des Heiligen Geistes. Die gewickelten Fäden unseres Bildes sind in einzelnen Bereichen reserviert. So entsteht der Charakter von Feuerflammen, die uns die Geschichte von Pfingsten erzählen.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Noch mehr sagt das Original. Schauen Sie sich doch den neuen Kirchenschatz einmal an."

 

Entwurf & Ausführung: Rosalia Penzko

 

 

Die Spende eines Gemeindemitglieds hat es möglich gemacht. Die evangelische Kirchengemeinde der SELK hat von Beate Baberske gestaltete, neue Paramente für das Pult.

Die Flachweberei passt sich sehr gut in die Betonkirche ein, die Längs-Streifen der Betonschalungs-Bretter waren Vorgabe für die pastellfarbigen Streifen des weißen Paramentes, bei dem die Gelbtöne des Mosaikkreuzes über dem Altar aufgenommen wurden. Je nach Lichtsituation ist das Tor aus leuchtenden, goldfarbenen Edelstahlplättchen sichtbar oder versteckt.

Das grüne Parament zeigt Ähren, die wie ein verborgener Schatz immer wieder, je nach Platz und Beleuchtung, leuchten oder sich nur braungelb von den verschiedenfarbigen Grüntönen abzeichnen. Das Parament enthält im unteren Bereich braune Filzplättchen, die über drei Grüntöne ganz zu hellgrün leuchtenden werden. Für die langen Zeiten, in denen dieses Parament verwendet wird, gibt es viel zu entdecken.

 

Entwurf & Ausführung: Beate Baberske

Paramentik-Konzept für St. Johannis Künzelsau (2015)

Nach zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit mit Dekan und Kirchengemeinderat hat Beate Baberske der Kirchengemeinde am 21. Januar 2016 das neue Paramentik-Konzept in der Kirche vorgestellt.

Statt neuer Bilder akzentuieren farbig transparente Flächen nun die drei wichtigen Orte des Raumes und verbinden sie optisch miteinander.

Entwurf: Beate Baberske

Ausführung: Rosalia Penzko

violettes und weißes Parament für die Bischofskirche St. Matthäus München (2015)

gleich zwei neue Paramente erhält St. Matthäus in München. Auslöser waren zwei geplante Fernsehgottesdienste Ende 2015, bis dahin gab es viele Beratungen und eine Vorstellung der Entwürfe in der Kirche.

Pfarrer Gottfried von Segnitz schreibt: "... Sie haben uns geholfen, auf den Herrn + Versöhner in unserer Zeit und Welt mit neuen Paramenten hinzuweisen. So wird erkennbar, dass wir am Altar uns nicht nur unter uns treffen und genießen, sondern von ihm her sind, leben, feiern... Am 15. November sagen wir Ihnen herzlichen Dank für all Ihre Mühen auch mit uns: DANKE! Und wir freuen uns nach Rot, Weiß, Violett nun auch schon langsam auf Grün... Ihre Matthäusgemeinde."

Was dann in ARD und ZDF zu sehen war, hat uns in unserer Arbeit wieder bestätigt. Es lohnt sich.

Entwurf: Beate Baberske

Ausführung: Rosalia Penzko in Kooperation mit Anne Schulze, Dresden

 

 

Krankenhauskapelle des Rems-Muhr-Klinikums Winnenden bekommt Paramente (2015/2016)

Das weiße Altarband im Webstuhl

Der Architekt der Kapelle konnte nach der Vorstellung von Webmustern der Flachweberei von Beate Baberske davon überzeugt werden, dass Paramente in diesem sensiblen Raum möglich sind.


Ein tolles Projekt!

Entwurf & Ausführung: Beate Baberske

Stola "Sieben Werke der Barmherzigkeit" nach Eitel Klein (2014)

Pfarrer Schwarz mit der violetten Stola

Nur in der Paramentik Neuendettelsau!

Die Stola mit diesem Motiv, das als Skrafitti seit den 60´ger Jahren das Dialog-Hotel schmückt, bekommen Sie maßgeschneidert in drei Motiv-Variationen und den liturgischen Farben Rot, Violett, Grün, Weiß und auch als Wendestola

Entwurf: nach Eitel Klein

Ausführung: Rosalia Penzko

Auch in unserm Online-Shop!

Paramente für die Kapelle im Kompetenz-Zentrum Demenz München (2013)

Farbige Bänder als Akzent.

 

Die sehr schlicht gehaltene Kapelle lebt von den aufwändig bestickten Bändern an Altar und Ambo.

 

Sie sind die "Seelenstreichler" des Raumes.

 

Entwurf: A. Thema

Ausführung: Rosalia Penzko

Jakobskirche Rothenburg ob der Tauber (2012)

Die flächig bestickte, goldgelbe Mitte wird von zwei weißen Flächen gerahmt, die sich seitlich ganz sanft darüber legen. Hellblaue Linien deuten den Windhauch an, der sie bewegt. Das selbe Blau rahmt auch die Stützpfeiler des gotischen Deckengewölbes.

Es entsteht ein goldener Kelch genauso wie eine Krippe.

Die Zeiten, an denen dieses Parament hängt, sind damit benannt: Ostern und Weihnachten.

Entwurf: Beate Baberske

Ausführung: Rosalia Penzko

Paramente für St. Lukas Aschaffenburg (2012)

Ganz individuell gestaltete Paramente hat Beate Baberske gemeinsam mit dem Kunstbeauftragten Markus Geißendörfer für die Gemeinde St. Lukas entwickelt.

Nachdem die Künstlerin Anne Hitzker-Lubin den Raum mit ihren blauen Fenstern neu erfunden hat, reagieren jetzt die Paramente darauf. Besonders deutlich wird das am violetten Parament, das aus einem waagerechten blauen Rechteck besteht, das asymmetrisch von einem senkrechten transparent-rotem Tuch abgedeckt wird. Die Fläche der Überschneidung ergibt die Farbe der Vorbereitungs- und Bußzeiten: Violett


Entwurf: Beate Baberske

Ausführung: Rosalia Penzko

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St. Michael Wolfratshausen (2009)

Paramente für Altar und Kanzel in allen liturgischen Farben

ERLÄUTERUNGEN von Beate Baberske-Krohs


Die Paramente verbinden formal die beiden zentralen Orte des Gottesdienstes und verbessern das Erscheinungsbild des Altars. Mit dessen Transparenz wird, den Inhalten des Kirchenjahres folgend, gespielt. Die Stickereien greifen die ornamentale Gestaltung des Raumes auf. Motive werden gereiht und wiederholt. Auch formal wird auf die Bordüren geantwortet. Das Motiv an der Kanzel wechselt der Intention des Kirchenjahresthemas entsprechend nach oben oder unten, am Altar variieren die unbestickten Flächen.

In der Wachstumszeit und zu den Pfingst- und Gemeindefesten wird die Senkrechte betont. Die grünen Paramente erinnern somit an das Wachstum und beziehen es durch ihren Ort auf die Gemeinde. Unterstützt wird diese Botschaft durch eine florale Ornamentik. An der Kanzel entsteht durch die Platzierung am unteren Ende weiterer Interpretations-Spielraum: Die Gleichnisse des Schatz im Acker, des vierfachen Ackerfeldes und des Saatkorns, das stirbt, um Frucht zu tragen, werden optisch erlebbar gemacht.

Bei der Farbe Rot wird der Heilige Geist thematisiert. Seine Wirkung hängt von uns Menschen ab, er verändert uns, damit wir unser Handeln ändern. Das gestaltete Quadrat sitzt deshalb an der Oberkante der Kanzelparamente. Dieses Geschehen soll durch die sich ausbreitenden Kreise symbolisiert werden. Die Überschneidungen deuten darauf hin, dass dieses Wirken unverfügbar ist.

An den Hohen Festtagen ändert sich die Form der Paramente leicht. Die Senkrechte wird durch ruhige Flächen ersetzt, das mit Gold bestickte Quadrat wandert in die Mitte des Kanzelbandes, um die Feierlichkeit zu unterstreichen. An Weihnachten erinnern die gestickten Sterne an der Kanzel, am Altar setzen Sonnenmotive einen österlichen Akzent.

In den Bußzeiten wird die reduzierteste Form verwendet. Nur ein Streifen an der Kanzel und der Altar halbtransparent violett eingehüllt, um die Dunkelheit dieser Zeit zu unterstreichen. Die Hoffnung wird durch gelbgoldene Lichtlinien an der Unterkante des Kanzelparamentes zum Ausdruck gebracht, das Leiden findet sich in grauen Dornenlinien wieder. Lichtpunkte erinnern an die 5 Klugen auf dem Weg zur Hochzeitsgesellschaft. Die Waagerechte zitiert den Horizont, wenn sich abends der Himmel violett färbt.


Die Paramente wurden am Reformationstag 2009 von Frau OKR Breit-Keßler eingeweiht. Es gibt einen Flyer mit den Erläuterungen in der Kirche.

Ausführung in Maschinenstickerei auf Baumwoll-Seiden-Stoff

Entwurf: Beate Baberske-Krohs, Roman Krohs
Ausführung: Rosalia Penzko

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Ordenskirche St. Georgen Bayreuth (2009)

 

Der Ersatz des gestohlenen weißen Paramentes, das 1930 nach einem Entwurf von Prof. Rickert in der Werkstatt in Nonnenstich angefertigt wurde, war Grund für den Auftrag.

 

Auf dem neuen Parament lässt handgeführte Maschinen-Stickerei in goldgelb auf goldbedrucktem Stoff die aufgehende Sonne bzw. den hellen Schein des Sterns von Bethlehem assoziieren. Applizierte weiße Organza-Seide deckt die goldene Fläche stufenweise ab. Der Verweis auf den Ostermorgen ist ebenso enthalten wie die Form der weihnachtlichen Krippe.

 

Entwurf: Beate Baberske-Krohs

Ausführung: Rosalia Penzko

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Augustinum Wohnstift Stuttgart-Killesberg (2009)

Vier Paramente für den Altar nach dem Entwurf von Diether F. Domes, der die Raumgestaltung der Kapelle entworfen hat

Die Farbe des Kirchenjahres bildet sich als in Weiß gehender Farbverlauf auf weißem Grund ab. Bewusst werden die schwarzen Konturlinien der Wandmalerei aufgenommen. Alle Paramente folgen dem gleichen Prinzip, die Stickerei variiert zum Thema der jeweiligen Kirchenjahreszeit: flammig rot, geometrisch violett, emporstrebend grün und edelglänzend weiß.

Technik: Applikation und handgeführte Maschinenstickerei in Viskose auf Seide
Entwurf: Diether F. Domes
Ausführung: Rosalia Penzko

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Kreuzkirche Ludwigsburg (2008/2009)

Sieger im Wettbewerb des Vereins für christliche Kunst Stuttgart e.V: zur textilen Raumgestaltung der Kirche 2008, Auszug aus dem Protokoll der Jury:

Der Entwurf von Fr. Baberske-Krohs bedurfte nach der Erstpräsentation zur Beurteilung ebenfalls weiterer Erläuterungen und Materialproben (s. Protokoll 18.1.2008).

Diese wurden exemplarisch für die liturgischen Farben eingebracht, speziell für die beiden Farben weiß und grün lagen großflächige Webstücke bzw. auch konkrete Vorschläge bezüglich zu verwendender Garne und deren Farbabmischungen bei einer möglichen Realisierung in der Kreuzkirche vor. Aus den Proben - jeweils unterschiedliches  Material war eingearbeitet - wurde die reliefartige Mehrschichtigkeit des Gewebes deutlich erkennbar. Sie ließen ferner eine Beurteilung hinsichtlich der Wirkung auf Distanz im Raumambiente zu, die in ausführlicher Begutachtung und Diskussion in der Kreuzkirche direkt vorgenommen wurde. 

Die Jury empfiehlt der auslobenden Gemeinde, Fr. Bakerske-Krohs mit ihrem Entwurf - dem damit der 1.Rang im Wettbewerb zuerkannt wird - für eine Umsetzung von Kanzel- und Altarparamenten zu beauftragen. Eine Teilrealisierung zunächst der beiden Farben Grün und Weiß wird für sinnvoll erachtet.

Erforderliche Präzisierungen im Detail sollten zwischen Künstlerin und Gemeinde in einem weiteren gemeinsamen Prozess diskutiert werden. Die Mitglieder der Jury bieten hierzu ihre beratende Unterstützung an.

Reinhard Lambert Auer, Juni  2008

Seitdem wurden die grünen und weißen Paramente für Altar und Kanzel ausgeführt.

Abbildung:
Parament für die Wachstumszeiten in Flachweberei mit eingewebten Edelstahl- und Filzflächen, farbig wechselndes Leinengarn als Träger

Entwurf: Beate Baberske-Krohs
Ausführung: Rosalia Penzko

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Maria Magdalena Fürth (2008)

Sieben Paramente in fünf Farben für die Kapelle des Seniorenheims

Die Altarraumgestaltung von Meide Büdel weist dem Parament eine wichtige Rolle im Raum zu. Das Additive bleibt erhalten, der Ort ändert sich. Ein Farbstreifen an der Altarwand vermittelt zwischen Architektur und Altar über das frei stehende Kreuz.

Das jeweilige Parament beginnt in fünf Meter Höhe und endet zwischen Altar und Kreuz in Brusthöhe.

Jede Perspektive entwickelt einen eigenen Reiz.

Die Herausforderung lag in der Befestigung der Paramente: der Wechsel kann vom Fußboden aus erfolgen. Es gibt mehrere Farbvarianten (z.B: Maigrün und gesättigtes Grün)

Handgewebter Seidenstoff konfektioniert

Entwurf: Meide Büdel
Ausführung: Rosalia Penzko, Paramentik

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Erlöserkirche Erlangen (2008)

Gestaltung der obersten Altarstufe und der Altar-Vorderkante in allen liturgischen Farben


Rückmeldung aus der Gemeinde per E-Mail:

Liebe Paramentik,
liebe Frau Baberske-Krohs, liebe Frau Schimon,

vielen Dank für Ihre Arbeit für unsere Erlöserkirche...
Und - wir sind sehr glücklich, es sieht edel und schöne aus, schlicht und sammelnd, eben so, wie es unserem Kirchenraum entspricht.

Also, herzlichen Dank und liebe Grüße
ein gesegnetes Weihnachtsfest und ...
wer weiß, was wir noch zusammen auf den Weg bringen ...

Ihr Matthias Haag, Pfarrer

 

Material: pflegeleichter, flammenhemmender Stoff mit Acrylglaskern zum Wechseln

Entwurf: Beate Baberske-Krohs

Ausführung: Paramentik

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Installation in Rot im Laurentius-Jahr 2008/09

Fünf Fahnen aus sich überlagernden hell- und dunkelroten, schwer entflammbaren, halbtransparenten Stoffen setzen einen Akzent an den Orten, die dem Namenspatron gewidmet sind und erinnern gleichzeitig an das Geschehen an Pfingsten. Der Geist weht herab, indem sich die Bahnen nach unten verjüngen. Eine Fahne durchbricht das Gewölbe im Heilig-Geist-Loch. Mehr dazu bei Kunst & Architektur

Entwurf: Beate Baberske-Krohs

Ausführung: Rosalia Penzko

Es ist eine Begleit-Publikation erschienen ... zur Literatur

 

 

Nikodemuskirche Nürnberg (2008)

Altargestaltung mit Bezugnahme auf die bereits vorhandene Wandgestaltung von Wolfgang Posse.

Herausforderung war die Umsetzung des gemalten Entwurfs auf Stoff. Die vom Künstler speziell entwickelte Technologie besteht aus der Kombination verschiedenster Gold-Töne. Gold ist aber nicht ohne Qualitätsverlust druckbar. Der notwendige Goldglanz entsteht durch das für den Digitaldruck verwendete Material, ein in Deutschland gewebter, individuell auf diese Bedürfnisse abgestimmter Seidenstoff.


Entwurf :
Wolfgang Posse
Ausführung: Paramentik

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Peterskirche Heidelberg (April 2006)

Erläuterungen zum Paramentik-Konzept:

Aufgabe der Paramentik ist es, die wichtigsten Orte des Raumes hervorzuheben und über die Farbe und Symbolik den Bezug zur Predigt herzustellen. Dazu dient das Kirchenjahr, das mit seinen Farben einen Subtext zur Liturgie liefert.

Die Gestaltung in der Peterskirche hat sich in einem Gesprächsprozess entwickelt. Die Problemstellung, dass an Altar und Ambo keine Textilien verwendet werden sollen und können, erforderte den kreativen Umgang mit der Raumsituation. Dazu kam, dass das zum Ensemble Altar und Lesepult gehörige Kreuz von Matthias Eder vor dem schwarzen Epitaph nicht mehr wahrgenommen wird und die Möglichkeiten der Korrektur durch Beleuchtung oder Addition von Flächen die Raumwirkung und den freien Blick in den Gesamtraum beeinträchtigt hätten.

Der Gedanke einer Projektionsfläche sowohl für das Kreuz als auch für die Farben des Kirchenjahres entstand. Der Ort vor dem Epitaph war weit genug entfernt, um den Raum als Ganzes wahrnehmen zu können, die Transparenz der Fläche so, dass das Epitaph immer noch zu ahnen ist und die Befestigung der Fläche so, dass eine detaillierte Betrachtung möglich ist.

 

Die Fläche hinter dem Kreuz besteht immer aus zwei Lagen:

Als Hintergrund dient eine weiße transluzente, textile Fläche, die aufgrund des engen Kostenrahmens aus einer transparenten Stoffbahn besteht, aber auch aus satiniertem Glas oder Acryl bestehen könnte, wenn es keine unerwünschten Reflexionen oder Spiegelungen gibt. Davor wechseln sich farbige Flächen ab, die durch ihre Form inhaltliche Bezüge zum Kirchenjahr herstellen:

Zwei schmale, grüne Bänder beginnen am Boden und enden auf etwa 2/3 der weißen Fläche, Wachstum wird zu den Zeiten nach Epiphanias und nach Trinitatis symbolisiert.

Zwei schmale rote Bänder beginnen zu Pfingsten und Gemeindefesten an der Oberkante der weißen Fläche, enden über dem Boden und symbolisieren die Abwärtsbewegung des Geistes, mit dem dritten Band an der Kanzel wird an die Dreifaltigkeit erinnert.

Eine große weiße Fläche teilt zu den hohen Festtagen und Christusfesten den Hintergrund in zwei Teile, an der Kanzel wird ebenfalls mit zwei Flächen gearbeitet, die formal den Bezug zu Altar und Lesepult herstellen.

Eine am Boden beginnende, violette, querformatige Fläche in den Proportionen des Altars verändert in den Vorbereitungszeiten den Durchblick durch den Altar vom Kirchenschiff aus, an der Kanzel findet sich eine proportional verkleinerte Fläche wieder.

An der Kanzel wird über einen formalen Bezug zu Altar und Ambo Neues mit Altem verbunden, das Konzept vom "Suchen und Finden" der Prinzipalstücke wird weitergeführt.

Hauptorientierung bei der Wahl der Farbtöne ist das Glasfenster, die Flächen der Paramente haben keine klassischen Motive, sondern kommen mit einer gestickten Ton-in-Ton-Struktur aus, das Material Filz ist ursprünglich wie der Cortenstahl von Altar und Ambo, innerhalb der farbigen Lagen verbirgt sich eine goldgelbe Stofflage, dir deren Vergoldung zitiert.

Die schlichte Formensprache der neuen Prinzipalstücke wird mit den Paramenten weitergeschrieben, mit der Verortung werden die historischen Raumelemente mit der modernen Gestaltung „verwoben“. Die Paramente markieren die Orte und machen die Botschaft der Liturgie und der Predigt sichtbar. Sie verändern damit den Raum, ohne ihn zu stören.

Entwurf: Beate Baberske-Krohs
Ausführung: Rosalia Penzko

 

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Frauenkirche Dresden (2005)

Paramente für Altar, Kanzel und Sakristei

Die Stiftung Frauenkirche lud 2004 fünf Künstler zu einem beschränkten Wettbewerb ein, die Paramente für Hauptaltar, Mensa-Altar, Kanzel und Sakristei zu gestalten.

Den Zuschlag erhielt Diether F. Domes, der mit einem konzeptionellen Ansatz überzeugte und auf die barocke Formensprache bewusst mit seinem eigenen Stil antwortet.

Durch ihn erfolgte eine Ausschreibung zur Ausführung seiner Entwürfe an vier Werkstätten, der Zuschlag ging nach Neuendettelsau.

Bei der Ausführung der Paramente haben sich die Neuendettelsauer Diakonissen sehr eingebracht, es wurden ehrenamtlich tausende Kordel-Enden per Hand vernäht, für viele Schwestern war es eine Ehre, mithelfen zu dürfen und ein Zeichen der Verbundenheit mit dem befreundeten Diakonissen-Mutterhaus in Dresden. Der Stiftungsrat besichtigte im Sommer 2005 die Werkstatt, die Paramente wurden dann in einem kleinen Gottesdienst verabschiedet.

  • Seidenstoff
  • Applikationen
  • Freie Maschinenstickerei
  • Plastisch aufgenähte Kordeln


Entwurf:
Dieter F. Domes

Ausführung: Rosalia Penzko

Fotos: Jörg Schöner Dresden
 

Erläuterung Diether F. Domes:

Der überwältigenden, farbigen und plastischen Bildsprache des Barock eine zeitgenössische Aussage entgegenzusetzen, die sich nicht anbiedernd vereinnahmen lässt, bringt Risiko und Scheitern in sich.

So suchte ich nach einer Bildstruktur, die sich behaupten kann ohne vordergründig zu provozieren. Die Linie als bestimmendes Gestaltungselement übernimmt diese Aufgabe, unterstützt durch die wechselnden liturgischen Farben Rot, Grün; Weiß und Violett. Durch die Festlegung und Beschränkung auf nur eine Grundzeichnung für jeweils eine der Positionen (Hauptaltar, Kanzel und Sakristeialtar), die dann in den jeweiligen Liturgiefarben immer neu interpretiert wird, wurde eine in sich geschlossene Reihung der Gestaltung erreicht.

Da die Frauenkirche in ihrem Charakter eine reine Predigerkirche, also Verkündigungskirche ist, wurde inhaltlich auch bei der Gestaltung der Antependien auf diese Botschaft gesetzt. Diese Grundlage fand ich bei Joh. 6.31 für den Hauptaltar, Joh. 6.34 für die Kanzel und Joh. 6.54 für das konstante Antependium über das Jahr hin für den Sakristeialtar.

Die Antependien bilden in ihrer Sprache nicht ab, sondern unternehmen den Versuch in ihrer Bildsprache die Texte zu erschließen. Dies ist nicht ohne eine Offenheit des Betrachters und einen Leseversuch möglich, der den Johannestext mit der künstlerischen Interpretation verbindet.

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Interim Kaiserfenster in der Nürnberger Lorenzkirche

An prominenter Stelle, direkt im Chorhaupt der Nürnberger Lorenzkirche, schmückt das so genannte Kaiserfenster seit Jahrhunderten den Kirchenraum.Das Kunstwerk, das von Kaiser Friedrich III. in den Jahren 1476/77 gestiftet wurde, wird derzeit restauriert. Fachleute bauten das Fenster deshalb Mitte April aus und beließen nur eine Schutzverglasung.

Das grelle Licht empfanden viele Kirchenbesucher als unangenehm. Dekan Christian Schmidt bat deshalb Beate Baberske-Krohs, Leiterin der Neuendettelsauer Paramenten-Werkstatt, Vorschläge für eine Zwischenlösung für die etwa eineinhalbjährige Restaurierungszeit zu liefern. Mehr dazu bei Kunst & Architektur

Entwurf und Ausführung: Beate Baberske-Krohs


Passions-Installation

  • Farbige Flächen zur Markierung der zentralen Orte

  • Baumwoll-Seidenstoff beidseitig verwendet

Mehr dazu bei Kunst & Architektur

Entwurf: Beate Baberske-Krohs

Ausführung: Rosalia Penzko