Beate und Beate vor der fertigen Fensterkunst
Die beiden Beates glücklich und stolz vor ihrem gemeinsamen Werk

"Kannst du dir vorstellen, mein zukünftiges Büro auszustatten?"

So lautete die Frage, die im Frühsommer 2019 per Email im Postfach von Beate Baberske, der künstlerischen Leitung der Diakoneo Paramentik lag.

gestalteter Vorhang mischt sich mit Herbstblättern
Herbstlaub trifft Kunst, die Vorhänge lassen den Blick auf den Park frei und akzentuieren den Raum mit Farbe © Entwurf und Foto Beate Baberske

Die Frage kam von Dr. Beate Hofmann noch aus Bielefeld, zum 1. Oktober würde sie in Kassel als Bischöfin der Landeskirche Kurhessen Waldeck ihr Büro für die nächsten Jahrzehnte beziehen, und da will sie sich mit der künstlerischen Handschrift umgeben, die sie schon seit zwei Jahren in Bielefeld in ihrem privaten Arbeitszimmer begleitet, immer wieder inspiriert, fasziniert und auch an ihre Zeit in Neuendettelsau erinnert. Fünf Jahre leitete sie die Akademie Dialog der damaligen Diakonie Neuendettelsau, heute Diakoneo. Beate Baberske war da schon ein paar Jahre in Neuendettelsau und hatte bereits ihre im Studium entwickelte, auf dem Quadrat aufbauende, Webtechnik samt Webstuhl in der Paramentik etabliert. 

Faden für Faden entstehen die Kunstwerke
Rosalia Penzko knotet die Fäden an, damit die Arbeit am Webstuhl beginnen kann © Entwurf und Foto Beate Baberske

Rosalia Penzko am Handwebstuhl
Rosalia Penzko am Handwebstuhl - Stück für Stück entsteht die Fläche © Entwurf und Foto Beate Baberske

Die Geschichte zum Werdegang von Beate Baberske gibt es noch bis Mai 2020 in der Mediathek vom BR.

farbige Folienquadrate in weißem Leinen
nach dem Weben warten die fertig gewebten Bahnen darauf, ausgenäht und gesäumt zu werden © Entwurf und Foto Beate Baberske

Das Abschiedsgeschenk war eine weiße Stola in der Technik, die jetzt ihr Büro zieren wird.

"Ich wäre nie auf die Idee gekommen, bei einer anderen Paramentik zu fragen! Ich wollte ja keinen Teppich am Fenster haben!" 

So antwortet sie auf die Frage, ob es vielleicht auch eine regionale Lösung hätte geben können. Und jetzt haben wir beides - die künstlerische Handschrift aus Franken und das Know-How des Raumausstatters vor Ort! Den hat die Künstlerin mit ins Boot geholt, weil die zu gestaltende Fläche so groß ist, dass es unbezahlbar und schlichtweg nicht sinnvoll gewesen wäre, alle textilen Flächen am Handwebstuhl zu weben.

große Farbfläche trifft kleines Quadrat
Sonnengelb ergänzt wunderbar die rot-orangene Flamme, die sich aus vielen Quadraten zusammensetzt © Entwurf Beate Baberske Foto Christian Schauderna

Das Ergebnis kommt frisch und leicht daher: große, einfarbige Farbflächen wechseln sich mit Bahnen ab, deren Gestaltung aus kleinen, vielfarbigen Quadraten bestehen. Die Farbpunkte erzeugen Bilder, mal konkret, mal schemenhaft. Ein Engelsflügel soll leicht und dezent ihren Rücken frei halten. 

angedeuteter Engelsflügel hinterm Bürostuhl
hinter der Bischöfin Dr. Beate Hofmann der angedeutete Engelsfügel mit einer leuchtend blauen Fläche kombiniert © Entwurf und Foto Beate Baberske

Violette Quadrate weisen auf die evangelische Kirche hin, für die sie sich jeden Tag engagiert. Viele, viele einzelne Flächen bilden ein Gesamtbild. So wie viele Menschen eine Kirche bilden. Das Kreuz wird angedeutet. Aber auch Blüten, Ranken und Feuer. Graue Architektur ist da: als geometrische Struktur, die streng daher kommt, so, wie manchmal unsere Bürokratie oder ein System, dem Leben fehlt. Aber sie wird durch lebendige Farbpunkte unterbrochen und das Grau, das man sieht, ist ein Orange und Hellblau, deren Mischung im Licht zu Grau wird. Auch im Tod ist Leben verborgen. Ganz leicht schimmert an den Rändern mal die eine oder andere Farbe hervor.

farbige Folie in weißem Gewebe
Grau oder Blau oder - erst im Gegenlicht entwickelt sich die Leuchtkraft der Flächen © Entwurf und Foto Beate Baberske

In der Bildergalerie gibt es weitere Details der insgesamt sieben Bahnen.

Weitere Eindrücke in der Bildergalerie

© Entwurf Beate Baberske, Fotos Christian Schauderna

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