Kirchenjahrkreisspirale
farbige Filzringe machen die Verteilung der Farbe im Kirchenjahr haptisch erlebbar: jeder Ring ein Tag © Entwurf, Foto Beate Baberske

Die Geschichte der Farben im Gottesdienst beginnt im Dreißigjährigen Krieg und ist für die evangelische Kirche mit dem Thesenanschlag Martin Luthers 1516 beinahe zu Ende, bevor sie überhaupt angefangen hat.

1516

Dr. Martin Luther: Nach dem Thesenanschlag in Wittenberg erklärten die Kirchen der Reformation die Verwendung von liturgisch vorgeschriebenen farbig wechselnden Paramenten zu „Adiaphora = Nebensache“ und stellten deren Verwendung frei.1570

1570

Das vom Trienter Konzil (1545-1563) verfasste "Missale Romanum" legte während der Amtszeit von Papst Pius V. das erste Mal die verbindliche Verwendung von liturgischen (= gottesdienstlichen) Farben fest. Das Kirchenjahr für die katholische Kirche war geboren.

1858

Pfarrer Wilhelm Löhe, der Begründer der evangelischen Paramentik, hat die bewusste optische Sichtbarmachung liturgischer Inhalte im Kirchenraum an den wichtigen Orten des Raumes wieder eingeführt: Am Altar wird Abendmahl gefeiert. An der Kanzel wird die Predigt gehalten. Er legte den Schwerpunkt auf diese zwei Orte des Raumes.

Anfang des 20. Jh. wurde die Verwendung der Farben in der evangelischen Kirche offiziell so festgelegt, wie wir sie bis zum 30.11.2018 verwendeten.

1. Advent 2018

Mit dem Beginn des neuen Kirchenjahres treten folgende Änderungen bei der Verteilung der Farben im Kirchenjahr in Kraft: der Tag des Apostels Thomas wird statt dem 21.12. am 3.7. begangen, die Vorpassionszeit wird auf 5 Wochen festgeschrieben, womit sich die davor liegende Epiphaniaszeit entsprechend (auf maximal vier Sonntage) verkürzt.


Die Farben sind (weiterhin) mit folgenden Ereignissen inhaltlich verbunden:

Weiß als Farbe des Lichtes für Christusfeste: Weihnachten, Epiphanias, Osterzeit, Trinitatis.

Rot als Farbe der Liebe, des Feuers und des Blutes für die Feste der Kirche: Pfingsten, Apostel- und Märtyrertage und kirchliche Gedenktage.

Grün als Farbe des Lebens, der Saat und der Hoffnung für die nicht geprägten, gewöhnlichen Zeiten nach Epiphanias und nach Trinitatis.

Violett als Farbe der Sammlung, Sehnsucht und Buße für die Advents- und Fastenzeit, für die Buß- und Bettage.

Schwarz als Farbe der Trauer für Karfreitag und Trauergottesdienste. 

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