rote Bahnen in der Lorenzkirche Nürnberg
ROT die Installation zu Pfingsten und besonderen Gemeindefesten wird jedes Jahr verwendet © Entwurf Beate Baberske Foto Thomas Bachmann


ROT


Erläuterung der Installation

Rot – Die Farbe der Liebe, des Blutes und des Feuers weist auf das Wirken des Heiligen Geistes und das Bekennen des Glaubens hin. Es schmückt die Kirchen in der Pfingstwoche, an allen Aposteltagen, zu den Gedenktagen der Märtyrer, an Kirchweih, zur Konfirmation und zur Ordination.

Rot – so nennt sich die Installation, die 2008 den Kirchenraum von St. Lorenz Nürnberg erstmals veränderte und seitdem immer wieder Ereignisse und Themen im Kirchenjahr oder in der Gemeinde optisch markiert – sei es die Internationale Bachwoche oder notwendige Baumaßnahmen. Es werden für eine bestimmte Zeit rote Markierungen gesetzt: An der Hauptorgel, in der Mitte des Raumes und an der Galerie im Chorumgang. Der Hauptaltar und die Kanzel werden durch die Farbe Rot aus ihrem Umfeld herausgehoben. Musik, Raum, Licht– diese immateriellen Dinge werden sichtbar.

die hinteren beiden von insgesamt sieben Bahnen
zwei von insgesamt sieben Bahne © Entwurf Beate Baberske Foto Thomas Bachmann

Fünf Markierungen sind aus transparentem Stoff, der sich in verschiedenen Rotabstufungen überlagert und durch eine goldene Linie akzentuiert wird. Die Breite aller Bahnen nimmt von oben nach unten hin ab, wird immer transparenter, immer transzendenter. Die Farbe „verbraucht“ sich. Das Gold macht sie zu etwas Besonderem, die Luft bewegt sie und lässt den Stoff chargieren. Alles zusammen weckt die Erinnerung an Feuer. Allerdings ist hier alles anders, kein lautes Prasseln, sondern l e i s e s Wehen, nicht von unten nach oben züngelnd sondern durch das Gewölbe hindurch brechend, nach unten weniger werdend. Es ist der Geist, der weht. Da, wo sich die Musik in sein Wehen mischt, da, wo der Namenspatron, Laurentius, in der Kirche seinen Platz hat und natürlich auch durch den Ringschlußstein, der hier von allen „Heilig-Geist-Loch“ genannt wird.


Kanzel der Lorenzkirche Nürnberg  mit rotem Akzent
Kanzelmarkierung mal anders © Entwurf Beate Baberske Foto Thomas Bachmann


An Altar und Kanzel materialisiert sich das Rot zu massiver Farbe. Keine Leichtigkeit mehr, das Gold schimmert nur dezent, der Stoff nimmt flammende Gestalt an. Der Geist wirkt an diesen Orten mit neuer Kraft, an der Kanzel durch das Wort, am Altar wird beim Abendmahl Brot und Wein gewandelt.


der Altar ganz in Rot gehüllt
Goldborte und roter Stoff hüllen den Altar ein, dahinter transparentes Rot © Entwurf Beate Baberske Foto Thomas Bachmann

Fünf und Zwei gibt Sieben.

Am siebten Tag ruht Gott; deshalb ist die Sieben heilig. Es gibt neben den sieben Tagen der Woche die sieben Gaben des Heiligen Geistes, die der Prophet Jesaja im Alten Testament als Gaben des messianischen Reiches vorausgesagt hat: "Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor... Der Geist des Herrn lässt sich auf ihm nieder: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht." (Jes. 11,1.2)

Die Installation soll immer wieder einen neuen Blick auf die alte, bekannte Kirche ermöglichen und das Leben im Raum und die Liebe der Menschen aus der Gemeinde zu ihm, die auch zu störenden Eingriffen führt, im Sinne des Kirchenjahres sichtbar machen. Die materialisierte Farbe vermittelt so die Botschaft des Glaubens.


Beate Baberske
Diplomdesignerin Textilkunst (FH)
künstlerische Leiterin der Paramentik Neuendettelsau

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